Projekt zur Förderung einer gewaltfreien, familienfreundlichen Gesellschaft - Wir bauen Brücken
Sie sind hier: >>> Schicksale An das GEWALTSCHUTZHAUS 09544 Neuhausen Roswitha XXXXX Eilenburg Betr.: Leipziger Volkszeitung -Beilage vom 22. 07. 05 " sie hat mich fast erschlagen " Sehr geehrte Damen und Herren, Wenn die Möglichkeit besteht, bitte ich Sie höflichst, diesen Brief z. H. von Herrn Sozialpädagoge Horst Schmeil oder Psycho-logen Herrn Peter Thiel, weiterzuleiten. Nachdem ich den Artikel am vergangenen Freitag gelesen hatte, versuchte ich Sie telefonisch zu erreichen, doch ich konnte es nicht direkt, es war zu schwer. Die Geschichte meines Vaters ist ein einziges Martyrium gewesen und der Artikel spricht viel von dem, oder spiegelt viel von dem wieder, was ihm in seinem Leben passiert ist. Bis dahin dachte ich, es ist für " Außenstehende " unmöglich, was einem " Mann " in unserer heutigen Gesellschaft passieren kann, ihr Artikel zeigt auf und es trägt zum besseren Verständnis bei. Es gehen mir so viele Gedanken durch den Kopf und ich bitte Sie um Entschuldigung, falls Ihnen diese Zeilen " etwas wirr " erscheinen sollten, es ist aber sehr schwer. Mein (unser) Vater starb am, 20. 02. 2004, 2 Tage vor meinem 45. Geburtstag, seit dem gibt es für mich an diesem Tag keinen Geburtstag mehr. Meine 2 Brüder, meine Schwester und ich sind uns einig, er starb wortwörtlich gebrochenen Herzens. Wir 4 Kinder von 5 sind uns selbst in der heutigen modernen Zeit einig. Gemeinsam erledigten wir die Bestattungsformalitäten, organisierten die Trauerfeier und die Urnenbeisetzung. Es war und ist für uns bis heute ein fast traumatisches Geschehnis mit dem keiner von uns wirklich richtig fertig wird und kann. Unser Vater war ein liebenswerter, arbeitsamer, guter und einfacher Mensch. Er hatte in seinem ganzen Leben stets schwer und hart gearbeitet. Glauben Sie mir, auch zu DDR-Zeiten, mein Vater war Alleinverdiener, hatte es eine siebenköpfige Arbeiterfamilie nicht leicht. Eigentlich waren wir im Sinne des Wortes nicht wirklich eine Familie. Seit ich denken kann, suche ich Antworten und je mehr ich herausgefunden habe, um so mehr wundert es mich, das ich überhaupt noch lebe. An die Kindheit sollte man sich doch mit Freunde erinnern können und der Begriff "Heimat" sollte bis in die Seele verwurzelt sein! Was aber, wenn von all dem nichts da ist? Wenn gute Erinnerungen wie die buchstäbliche Nadel im Heuhaufen zu suchen ist? Ich kann hier nicht für meine Geschwister sprechen oder schreiben, sondern nur aus meiner Sicht und diese ist noch immer um einiges " glücklicher ", als die Sicht meiner Schwester. Die Ehe meiner Eltern war ein einziges Fiesko. Es gab sehr viele böse und vor allem laute Worte und Gebrüll, eigentlich flogen sogar die Fetzen. Mein Vater arbeitete viele Jahre in einer Beton Fabrik in Schichten. Dort gab es allerdings auch eine Truppe, die gerne und viel trank, besser gesagt, säuft bis zur Bewusstlosigkeit. Viele Jahre trank mein Vater mit, leider. Heute ist mir klar, es war für ihn die einzigste Möglichkeit, mit dem Alltag fertig zu werden. Sie waren beide tragisch überfordert. Meine biologische Mutter wurde mit 14 Jahren von ihrer Mutter verstoßen, damit kam sie nicht klar. Kannte selbst ihren Vater nicht und hatte ebenfalls eine haarsträubende Kindheit hinter sich. Während der Ehe unternahm sie mehrere Selbstmordversuche. Dafür muss es in unserem Sinne einige besondere Informationen geben, jedenfalls kennen wir Kinder zum Teil diese Versuche auch persönlich. Sie waren beide nicht in der Lage zu verstehen, dass es im Grunde genommen, kein gemeinsames Leben gab. Scheidung bei 5 Kindern? Mein Vater war mit der familiären Situation einfach überfordert und die biologische Mutter hatte in zeitiger psychologischer Behand-lung gemusst. Sie fand ein Ventil im Hass auf uns Kinder und als wir mehr oder weniger freiwillig verstoßen werden, zentriert sie ihren ganzen Hass, der eigentlich ihrem eigenen Leben galt, auf den Vater. Er arbeitete die letzten Jahre in der Metallfabrik als Heizer. Er trank nicht mehr, kümmerte sich um Garten, Haushalt und uns. Eigentlich hätte es besser werden müssen, leider kam es dann anders. Mit allen nur erdenklichen Mitteln und Möglichkeiten versuchte sie einen Keil zwischen uns und den Vater zu treiben. Wie schon in der Kindheit, setzte sie uns mit Lügen zu und versuchte uns gegeneinander auszuspielen. Als einziges Kind wohnte meine Schwester am längsten mit dem Elternhaus und durch sie bzw. auch selbst, weiß ich, wie sehr sie Vater fertig zumachen versuchte und ja auch schaffte. Sie können sich sicher nicht vorstellen, zu welchem Terror eine Frau fähig ist, wenn sie hasst und sich gleichzeitig noch als Opfer hinzustellen versucht. Freilich, er hat Fehler gemacht, er hat viel falsch gemacht aber er ist auch auf Knien vor ihr gerutscht und hat sie um Verzeihung gebeten. Bis zuletzt hatte er gekocht, gebackenen und das Haus sauber gehalten, bis er nicht mehr konnte. Er starb daran. 1998 brachte ein Bruder von mir, unseren Vater zu mir nach Eilenburg, er war ohne Kleidung und Geld von zu Hause ausgerissen. Ich nahm den Vater bei mir auf und war fest entschlossen, ihm Wohnung und Möbel zu besorgen. Bis heute begreife ich nicht, wie ein einziger Anruf von dir genügte und ich musste ihn schon am anderen Tag nach Leipzig fahren und er fuhr mit dem Zug zurück. Von dieser Zeit war es fast unmöglich Vater mal alleine zu sprechen, er traute sich nicht einmal mehr ins Telefon. Meine Schwester Thea, meine Brüder Martin und Volker so wie ich standen zu ihm und doch konnte er nicht den entscheidenden Schritt tun. Es war grausam zu sehen wie er buchstäblich kaputt ging. Wir waren oft so verzweifelt und flehten ihn förmlich an, sich helfen zu lassen. Seine Angst war so groß und sie konnte und kann bis heute mit ihren Tricks die Leute für sich einnehmen. Ihre 4 Kinder stehen alleine da und fragen uns, warum tun Sie mit uns das selbe, was sie durchgemacht hat. Für sie existieren wir nicht mehr. Ich versuche meine Gefühle zu analysieren, bevorstehen, es tut aber so weh und ist so schwer. Da gibt es niemand der da ist für uns und versteht. Als wir den Vater im Grab seiner Eltern beigesetzt hatten, glaubten wir zu Ruhe zu kommen, weit gefehlt. Verschanzt sich hinter den sozialen Dienst in Meiningen, fremde Leute räumten das gesamte Haus der, komplett. Nichts ist geblieben, kein Fetzen, kein persönliches Teil. Ihre Adresse ist unbekannt. Ein Anruf kam dann von ihr, ich sollte auf den Teil meines Erbe verzichten. Auf welches Erbe? Erinnerungen, die ich " geerbt " habe, lassen sich nicht löschen und verzichten geht auch nicht. Wenn ich in den Spiegel sehe, sehe ich ihre Gesichtszüge, ich spreche teilweise wie sie, Gesten die ich unbewusst mache, habe ich geerbt. Glauben Sie mir, es versetzt mir ein Stich ins Herz, wenn meine Geschwister mich darauf aufmerksam machen, was oft unbewusst passiert und nicht böse gemeint ist. Ich lebe mein Leben, so wie ich denke, dass es richtig ist, nichts und niemand kann ich dafür verantwortlich machen, als mich selbst. Kurz zu meiner Person, ich bin heute 46 Jahre alt, verheiratet und habe einen Sohn. Ich möchte mich im voraus für die Weiterleitung dieses Briefes bedanken und hoffe auf Antwort, die meinen Geschwistern und mir weiter hilft. Herzlichen Dank Frau Roswitha XXXXX PS.: bitte sehen Sie mir die Fehler nach aber in deutsch war ich nicht sonderlich gut!
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